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Löwen - Zwei Spiele an einem Tag?

Machtkampf der Verbände im Terminchaos eskaliert
Das Terminchaos im Handball hat einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht. Die europäische Handballföderation (EHF) hat am Donnerstag das Hinspiel der Rhein-Neckar Löwen im Achtelfinale der Champions League beim polnischen Meister PGE Vive Kielce auf Samstag, 24. März 2018, 16 Uhr, terminiert. Am selben Tag steht für den Deutschen Meister allerdings auch das Bundesligaspiel beim THW Kiel auf dem Programm, welches um 18:10 Uhr live in der ARD und auf SKY übertragen wird und Bestandteil des TV-Vertrages der DKB-Handball-Bundesliga ist.

Um eine Doppelterminierung zu verhindern, hatte die EHF in den vergangenen Tagen sowohl den THW Kiel wie auch die Rhein-Neckar Löwen aufgefordert, ihr Heimrecht im Achtelfinale zu tauschen. Während der THW Kiel dieser Aufforderung aus Wien nachgekommen ist, und sein Heimspiel gegen MOL-Pick Szeged nun am Mittwoch vor dem Bundesligaduell mit den Löwen austrägt, kam ein Tausch des Heimspielrechts für die Löwen nicht in Frage, auch weil am geforderten Mittwoch keine Spielhalle zur Verfügung steht.

„Unsere Mannschaft hat sich die sportliche Ausgangssituation vor dem nun kommenden Achtelfinale der EHF Champions League in 14 Gruppenspielen hart erkämpft.  Wir werden nicht auf unser Heimrecht im Rückspiel verzichten und planen deshalb mit dem Rückspiel gegen Kielce am 1. April 2018 in der SAP Arena. Ein Rückspiel in Mannheim am Ostersonntag ist für uns nicht nur wirtschaftlich von großer Bedeutung, durch die zahlreichen Bundesligaspiele unter der Woche begrüßen unsere Fans einen familienfreundlichen Spieltermin am Sonntag sehr“, so Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann.

„Wir haben vor der Saison zugesichert, das ARD-Livespiel in Kiel am 24.3. zu spielen und stehen hier zu unserem Wort. Für das Hinspiel im Achtelfinale in Polen ist ein Zeitraum von vier Wochentagen durch die EHF vorgesehen. Wenn dieses Spiel am Wochenende ausgetragen werden muss, bliebe immer noch der Sonntag. Es war unser ausdrücklicher Wunsch und Vorschlag, an eben jenem 25. März zu spielen, wenn eine Terminierung in Polen unter der Woche nicht möglich ist“, erklärt Kettemann weiter. Bereits im vergangenen Herbst mussten die Löwen zwei Spiele innerhalb von 25 Stunden absolvieren, als es nach dem Bundesligaspiel in Leipzig zum Champions League Spiel nach Barcelona ging.  Auch damals war die Terminproblematik einem ARD-TV Spiel in der Bundesliga am Samstag geschuldet. 

„Ich persönlich hatte gehofft, dass die Konstellation mit Leipzig und Barcelona im vergangenen Herbst allen die Augen geöffnet hat. Dem ist leider nicht so. Das ist ein Armutszeugnis für unsere Sportart und ein noch nicht abzusehender Schaden. Wir haben sowohl der EHF wie auch der HBL viele Lösungsvorschläge angeboten und bedauern es sehr, dass hier ein Machtkampf auf dem Rücken der Clubs und Spieler ausgetragen wird. Uns bleibt nach dieser Ansetzung nichts anderes übrig, als unsere zweite Mannschaft nach Polen zu schicken. Wir sind uns darüber bewusst, dass es damit leider zu keinem sportlich fairen Vergleich im Achtelfinale zwischen Kielce und den Rhein-Neckar Löwen mehr kommen wird.

Dies wird besonders dem Wettbewerb und Ansehen der  EHF Champions League schaden. Das tut uns sehr leid, aber wir werden aktuell durch die Haltung der Verbände zu diesem Schritt gezwungen. Der Schaden der hier, und ich sage ausdrücklich durch zwei Verbände, an unserer Sportart verursacht wird, ist enorm. Die Rhein-Neckar Löwen werden sich aber nicht erneut zum Spielball in diesem Streit machen lassen. Wir möchten unseren Job machen: Handball spielen und die Sportart durch ein positives Image voranbringen. Die Rahmenbedingungen hierfür werden leider nicht geschaffen. Wir haben seit Monaten auf diese Problematik hingewiesen und immer wieder Lösungsvorschläge erarbeitet, leider ohne Gehör zu finden. Ich bedauere es sehr, dass es soweit kommen musste“, kommentiert Kettemann abschließend.

Pressemeldung: Rhein-Neckar Löwen - Christopher Monz

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