Werbung Garango Werbung DH-Sports Werbung Zeusport Werbung Kahl GmbH
   MENÜ
»  National
»  International
»  Jugend
»  RTK 2009/10 überregional
»  RTK 2009/10 regional
»  RTK 2009/10 Junioren
»  Erhebungsbogen
»  Fair ist mehr!
303
NEWS
Monat Jahr
News wählen: 

Im 50. Bundesligaspiel 1899 ohne Esprit




























(foto RICCI): Von links: Luis Gustavo und Tobias Weis (beide Hoffenheim) halten Benjamin Koehler (Frankfurt) in Schach.



Heimweh nach Heimsiegen auch gegen bessere Frankfurter ungestillt - TSG 1899 Hoffenheim beim 1 : 1 im 50. Bundesligaspiel ohne Esprit, aber mit Tempolimit

Sinsheim. (jw) Die Fans skandieren:„Wir wollen Euch kämpfen sehen!“. Und das schon, erstmals in der Rhein-Neckar-Arena, vor dem Anpfiff. Die Blauen auf dem Rasen hören die Signale, lassen aber die Leidenschaft bei der Umsetzung ebenso vermissen wie ihren hochtourigen Angriffsschwung. Und so entwickelt sich das 50. Bundesligaspiel zu den schwächsten der TSG 1899 Hoffenheim. Dabei hat der Kraichgau-Club bei einer aktuellen Fan-Umfrage zur Bewertung ihres Lieblingsvereins am besten abgeschnitten.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke dürfte es besonders wurmen, dass der „Geburtsfehler der Liga“ in puncto eigener Fan-Zufriedenheit in acht Kategorien zum Tabellenführer aufgestiegen ist. Beim Sportbild-Spickmich mit 5.500 Fans liegt Hoffenheim mit der Durchschnittsnote von 2,02 vor Bayer Leverkusen (2,15) und dem Vfl Wolfsburg (2,16) auf Platz 1. Borussia Dortmund folgt, ausgerechnet hinter diesen „Retortenclubs“, erst auf dem vierten Platz.

Den Traditionsverein Eintracht Frankfurt, in der Beliebtheits- wie in der Realtabelle im Mittelfeld angesiedelt, trennen vor Spielbeginn nur zwei Punkte vom Tabellenfünften. Die zuletzt zweimal siegreiche Mannschaft von Trainer Michael Skibbe tritt entsprechend selbstbewusst auf in der stimmungsvollen Rhein-Neckar-Arena. Ohne den nicht nur verbal tierisch starken, gelbgesperrten Auf- und Einpeitscher Maik Franz, aber mit dem Ex-Hoffenheimer Selim Teber in der Startelf.

Und der ehemalige TSG-Kapitän ist an der ersten brenzligen Situation in dieser Partie unglücklich beteiligt. 8. Minute: Chinedu Obasi bedient Vedad Ibisevic. Der Bosnier holt vehement aus zum Torschuss. Dabei trifft er den ihm nahe stehenden Selim Teber. Schiedsrichter Günter Perl pfeift Strafstoß. Erstaunlich, dass die Frankfurter nicht protesitieren. Tebers Kaffeehaus-Kumpel Sejad Salihovic verwandelt knallhart zur Führung für Hoffenheim (9.).

Hoffenheim ohne Tempobeschleunigungsgesetz und Impulsgeber Carlos Eduardo

Trainer Ralf Rangnick hatte gefordert, dass seine Spieler im letzten Heimspiel des Jahres noch mal richtig Gas geben sollten. Doch die Hoffenheimer bewegen sich, als befinden sie sich beim Einkaufsbummel in der Heidelberger Fußgängerzone. Das Tempobeschleunigungsgesetz 1899, ein Hoffenheimer Markenzeichen, wird an diesem kalten Samstag einfach außer Kraft gesetzt. Dies liegt auch daran, dass Rangnick mit Carlos Eduardo seinen kreativen Antreiber zunächst auf der Bank frieren lässt. Der Cheftrainer zu dieser Top-Personalie: „Carlos Eduardo hat nicht von Beginn an gespielt, weil er zur Zeit am Limit ist. Er wirkte im Training müde und ausgelaugt.“

Ein Luxusverzicht, den sich kaum ein Bundesligaverein leisten kann. Dass TSG-Kapitän Sejad Salihovic und der flügellahme nigerianische Adler Chinedu Obasi seit Wochen einen fahrigen Eindruck hinterlassen, ist Beobachtern im Stadion nicht entgangen. Dass eine „süchtige“ Spielernatur wie Carlos Eduardo seine Energien am besten auf dem Platz erneuern kann, erscheint hingegen keineswegs abwegig. Das taktische 4 – 2 – 2 – 2-System mit der Doppelsechs Luiz Gustavo und Tobias Weis sowie Chinedu Obasi und Sejad Salihovic hinter den beiden Spitzen Demba Ba und Vedad Ibisevic funktioniert in schöpferischer Hinsicht jedenfalls nicht.

Ohne den genialen brasilianischen Tempobeschleuniger fehlt über eine Stunde lang der geniale Pass- und Impulsgeber, der die Spitzen Vedad Ibisevic und Demba Ba mit nahrhaften und überraschenden Bällen füttern kann. Die Folge: Ein fast behäbiger, umständlicher Spielaufbau und häufige Ballverluste.  

Ausgleichende Gerechtigkeit: Ein Elfer zuviel und einer zu wenig für die TSG

Die Frankfurter agieren zwar trotz einschlägigem Outfit auch nicht wie ein weißes Ballett. Sie kombinieren aber schneller, direkter und zielstrebiger als die Gastgeber. Und da aus dem Spiel heraus bei beiden Teams wenig läuft, schlägt die vorweihnachtliche Bastelstunde der Standard-Fachkräfte. Nicht weniger als sieben Freistöße verordnet Schiedsrichter Perl bis zur Pause. Keiner bringt die selten geprüften Torhüter Timo Hildebrand und Oka Nikolov ernsthaft in Verlegenheit. Und so wird das Adrenalin vor allem auf den Rängen ausgeschüttet. Die Testosteron-Bolzer in der Eintracht-Kurve steigern sich in die sattsam bekannten, einfallslosen Schmäh-Tiraden auf Dietmar Hopp. Die Bitburger Fankurve kontert nicht weniger süffig und lautstark.

Auch nach dem Wechsel geht das spröde Spiel vorwiegend mit Standards in Form von Freistößen und Eckbällen weiter. Zehn Minuten nach dem Wiederanfpiff: Der antriebsarm und unkonzentriert wirkende Chinedu Obasi vergibt - allein vor Eintracht-Veteran Oka Nikolov – das vorentscheidende 2 : 0. 60. Minute: Pirmin Schwegler lässt TSG-Torwart Timo Hildebrand mit einem zur Bogenlampe abgefälschten Fernschuss aus 25 Metern keine Haltbarkeitschance. Der verdiente Ausgleich.

Erst als Ralf Rangnick in der 67. Minute den schmerzlich vermissten Carlos Eduardo einwechselt, kommt Leben in die Hoffenheimer Fußgängerzone. In der 72. Minute hat die TSG das Pech, dass Günter Perl ein klares Handspiel von Marco Russ nicht mit einem Strafstoß ahndet. Ausgleichende „Gerechtigkeit“ nennt man das. Dass erneut mit riskanten Fehlpässen „glänzende“ Sejad Salihovic im TV-Interview dem Unparteiischen die Schuld für den verlorenen Sieg gibt, ist angesichts des eigenen individuellen und kollektiven Versagens allzu billig.

„Ausgeglichene“ Heimbilanz: 5 Siege, 5 Remis, 5 Niederlagen – noch kein Spitzen-Verein, aber mit Platz 6 und DFB-Pokalviertelfinale voll im Soll   

In der Schlussphase dürfen die keineswegs erbarmungswürdigen Hessen sich sogar ein bisschen wie im Blauen Bock fühlen. Doch der Frankfurter Bembel geht, nach einem verunglückten Schuss des exzellenten Abwehrchefs Chris, in der Nachspielzeit an der TSG Hoffenheim vorüber. Anders als beim Globalclub Real Madrid, der eine Unterwäsche-Kollektion mit raffinierten Slips und Büstenhaltern auf den Markt bringt, kann der gemeine Fan im 1899-Fanshop keine Reizwäsche mit Vereinslogo kaufen. Und das ist gut so. Denn die TSG 1899 Hoffenheim ist eben noch kein Spitzen-Verein.

Diese Erkenntnis dokumentiert auch die Jahresbilanz im Schmuckkästchen Rhein-Neckar-Arena: Fünf Heimniederlagen und fünf Unentschieden stehen Anno 2009 nur fünf Heimsiege gegenüber. Allerdings können sich der 6. Tabellenplatz – vor dem Halbzeitfinale beim VfB Stuttgart - und der Einzug ins DFB-Pokalviertelfinale mit dem Februar-Hit in Bremen durchaus sehen lassen. Hoffenheim wird nach der kurzen Winterpause alles tun, um den Spitzenplatz in der Zufriedenheit bei den eigenen Fans zu halten. Mit Bayern München, Schalke 04 und Bayer Leverkusen müssen ab Mitte Januar gleich die ganz harten Nüssen geknackt werden.

Joseph Weisbrod





























(foto RICCI): Frankfurts Keeper Nikolov mit einer fehlerfreien Leistung.
zurück zur Übersicht
   TOPTHEMA
Derbytime: "Mannem" gegen "Verne"
FUSSBALL -  (foto: RÖSCH): Auch am Samstag wollen die Rasenspieler...
mehr...
   ERGEBNISSE
Ergebnisse der letzten 7 Tage
SASOMODIMIDOFR