Bremen. Werder Bremen gewinnt verdient und ungefährdert mit 2:0 (2:0) gegen eine schwache Hoffenheimer Mannschaft und kann sich weiter nach oben orientieren. Hoffenheims zwischenzeitlicher Höhenflug ist nach der zweiten Niederlage in Folge vorerst beendet.
Dabei hätte 1899 den Spielverlauf vor 33916 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion durchaus nach eigenen Vorstellungen bestimmen können, doch Carlos Eduardo scheiterte per Foulelfmeter am starken Werder-Schlussmann Tim Wiese (619 Minuten ohne Gegentor).
In einer über weite Strecken ausgeglichenen Begegnung war Bremen effektiver und hatte in Mesut Özil einen ausgezeichneten Standard-Schützen in seinen Reihen. Auf der anderen Seite war für Nationalspieler Andreas Beck das Spiel bereits in der 11. Minute wegen einer Muskelverhärtung in der Wade schon früh beendet.
Nach einer knappen Viertelstunde wurde es dann erstmals richtig interessant. Maicosuel tauchte frei vor Wiese auf, legte den Ball am Werder-Schlussmann vorbei und hob ab. Kircher entschied auf Strafstoß und Gelb für Wiese - eine sehr strittige Entscheidung. Bremen war's letztlich egal, denn der Bremer Keeper entschärfte den von Carlos Eduardo (Bild links) getretenen Elfmeter (14.).
Doch für Hoffenheim sollte noch dicker kommen. Özil zirkelte einen Eckball auf den Kopf von Pizarro (Top-Bild) und der Peruaner lenkte das Spielgerät sehenswert in den linken Winkel. Der auf der Linie postierte Carlos Eduardo war für den Rettungsversuch schlicht zu klein (18.). 1899 selbst hatte ebenfalls eine Freistoßmöglichkeit, doch während Wiese Salihovics tückischen Schuss mit Mühe parieren konnte (20.), klingelte es nach einem weiteren Özil-Standard auf der Gegenseite erneut. Bargfrede verlängerte die Hereingabe per Kopf, von Ibertbergers Oberschenkel prallte der Ball zu Mertesacker, der die Kugel aus kürzester Distanz über die Linie beförderte (22.).
Von den Gästen war bis zur Pause nicht viel zu sehen. Außer Maicosuels 18-Meter-Freistoß (30.) und dem fulminanten Eichner-Knaller kurz vor dem Seitenwechsel (42.) brachte 1899 nicht mehr viel zustande. Bremen hingegen machte sich immer wieder auf den Weg nach vorne. Hunts Außenristschuss (33.) verfehlte sein Ziel jedoch ebenso wie Bargfredes Schlenzer (36.) und Naldos Freistoßhammer (41.).
Die Kraichgauer kamen engagiert aus der Kabine und drängten auf den Anaschlusstreffer. Die Angriffe der Gäste wirkten nun etwas strukturierter, die Präzision beim finalen Pass fehlte Rangnicks Offensivabteilung aber immer noch. So war sowohl bei Ibisevics Möglichkeit (56.), als auch für Salihovic (64.) mehr drin. Bremen spielte abgeklärt, ließ hinten wenig zu und setzte vereinzelte Nadelstiche. Rosenberg scheiterte an Hildebrand (69.), ehe er Sekunden später zu hoch zielte, Özil fand ebenfalls im großartig reagierenden TSG-Schlussmann seinen Meister (76.).
Die Partie plätscherte ohne größere Aufreger vor sich hin. 1899 rannte sich bis zum Ende immer wieder vor dem Werder-Strafraum fest und fand kein probates Mittel, das Bollwerk der Norddeutschen auszuhebeln. Die Schaaf-Elf verlor nie die Ordnung und schaukelte den Dreier völlig ungefährdet über die Zeit.
Ralf Rangnick: „Wir haben stark begonnen. Die ersten 20 Minuten waren auswärts sicherlich die besten 20 Anfangsminuten in dieser Saison. Deshalb ist es natürlich ärgerlich, dass wir die Führung nicht erzielen durch den Elfmeter. Man darf dann Pizarro nicht so frei zum Kopfball kommen lassen. Es stand dann plötzlich 2:0 für Werder Bremen, obwohl das den Spielverlauf nicht widerspiegelte. Es wäre hier sicherlich mehr drin gewesen. Salihovic und Ibisevic waren die letzte Woche beide unterwegs und haben beide Spiele fast voll gespielt, deshalb habe ich sie nicht von Beginn an gebracht. Beide Mannschaften haben heute nicht klar genug den Abschluss gesucht, deswegen ging es heute nur 2:0 aus.“
Werder Bremen – 1899 Hoffenheim 2:0 (2:0)
Werder: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch – Frings – Bargfrede (81. Niemeyer), Hunt – Özil - Pizarro, Marin (53. Rosenberg).
1899: Hildebrand – Beck (11. Salihovic) , Simunic, Compper (46. Ibisevic), Eichner - Ibertsberger, Vorsah, Luiz Gustavo (77. Vukcevic) - Carlos Eduardo - Maicosuel - Obasi. Tore: 1:0 Pizarro (18.), 2:0 Mertesacker (22). Schiedsrichter: Knutr Kircher (Rottenburg: Besondere Vorkommnisse: Tim Wiese (SVW) pariert Foulelfmeter von Carlos Eduardo (14.). |